1. Selbsterkenntnis

Bekanntes und Unbekanntes

 

Viele Menschen, auch viele Wissenschaftler, gehen schon seit langer Zeit davon aus, dass sich im vermeintlichen Nichts, bzw. in der Leere, die uns umgibt und den größten Teil des Universums ausmacht, etwas befindet. Etwas Unsichtbares, Großes, von herausragender Bedeutung.

Von einer ganz besonderen Energie geht man aus, die hier und da auch als „Klebstoff des Universums“ (der alles zusammenhält) bezeichnet wird. Wissenschaftler sprechen von „Dunkler Energie“, die bisher noch nie gesehen oder gemessen werden konnte. Zusammen mit der „Dunklen Materie“ (mit der die Bewegung der sichtbaren Materie erklärt wird) machen diese beiden „unbekannten Kräfte“ etwa 95 Prozent des Universums aus. Zu den restlichen (als bekannt bezeichneten) 5 Prozent gehören alle Dinge, die der „Welt der Materie“ zugeordnet sind, wie Sterne, Planeten, die Meere, Pflanzen, Tiere, Menschen usw.

Fieberhaft wird nach der Dunklen Energie gesucht, und die Vermutungen und Thesen, was denn da „um uns“ sein und möglicherweise unbemerkt passieren könnte, sind das zentrale Thema vieler Forschungen. 

Alles steht auf die eine oder andere Weise in einer Wechselbeziehung, da ist man sich sicher, und so ist es in der Tat naheliegend, dass „da draußen, im Verborgenen“ gewaltige und unfassbare Dinge existieren und geschehen, die sich unseren Blicken entziehen. Wobei „da draußen“ durchaus auch den Raum direkt vor unserer Nase mit einbezieht, denn auch wir befinden uns ja mitten im Universum.

Was man sieht und wie man es sieht,

kommt immer (auch) auf den Standpunkt an,

von dem aus man etwas betrachtet.

 

Bild links:

So betrachtet offenbart sich die Sphinx von Gizeh als Bewacherin des "Rechten Auges"... (Cheops-Pyramide)

Quelle: Google Earth (ca. 2010)

 

Besonderen Zündstoff bekommt die Suche nach den größeren Zusammenhängen u.a. dadurch, dass vor annähernd 100 Jahren (1929) durch den US-Astronomen Edwin Hubble erkannt wurde, dass das Universum sich ausdehnt, was bedeutet, dass sich alle Gestirne immer weiter voneinander entfernen. Die Expansion, von der man nachweisen konnte, dass sie immer schneller wird,  steht natürlich im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses, und man ist sehr darum bemüht, (auch) die Ausdehnungsrate, die zu Ehren Hubbles „Hubble-Konstante“ genannt wird, „im Auge“ zu behalten.

Es handelt sich, wie es heißt, um eine unerwartete, verwirrende Entdeckung, denn zuvor lautete die einhellige Meinung (der Urknall-Theorie-Anhänger), dass sich die mit dem Urknall begonnene Ausdehnung des Weltalls irgendwann abschwächen werde (da nur dies „logisch“ zu sein schien). Der wirkliche Grund für die sich beschleunigende Ausdehnung ist bisher nicht bekannt, doch man ist bemüht, alle Erkenntnisse ganzheitlich zusammenzufassen, um die tatsächliche, wahre und richtige Erklärung zu finden. Es liegt in der Natur der Sache, dass es – wie immer und überall – kontroverse Denkansätze und Vermutungen gibt, was ja durchaus auch Vorteile hat; ermöglichen sie doch, die Dinge auch aus einer anderen Warte zu sehen und Denkfehler und Irrtümer ggf. zu korrigieren.

 

 

Wie oben, so unten

 

Das alles ist wirklich interessant, zeigt es doch auch sehr deutlich, wie wir Menschen in Zweifelsfragen, die eine Entscheidung erfordern, vorgehen. Wir fassen alles zusammen, was wir über die jeweilige Sache wissen, überdenken die Gegebenheiten, hören uns verschiedene Meinungen an und gleichen sie mit fremden und unseren eigenen Erfahrungen ab. Wir kombinieren, stellen Verknüpfungen her, wägen das Für und Wider ab, stellen Dinge in Frage und entscheiden uns dann für die vermeintlich richtige, logisch und vernünftig erscheinende Variante bzw. Lösung, von der wir annehmen, dass sie die richtige ist.

Das ist nichts anderes, als der Versuch, dem „Goldenen Schnitt“, der bekanntlich die Grundlage der Harmonie und des Gleichgewichts in unserer Welt ist, so nahe wie möglich zu kommen.

Jede Entscheidung, für was auch immer, und wie klein und scheinbar unbedeutend sie auch zu sein scheint, kommt einem Schnitt bzw. einer Trennung der Gegensätze gleich, bei dem alle gegensätzlichen Aspekte, die bei der individuellen Entscheidungsfindung beteiligt sind, mit einbezogen werden.

Alles, was wir über eine Sache wissen, vermischt sich, und wir versuchen in dem „Gewusel der Gegensätze“– ohne genau zu wissen, was richtig und was falsch ist -  das Richtige vom Falschen zu trennen und beide Seiten, so exakt wie möglich in der „Goldenen Mitte“  zu teilen.

Es liegt auf der Hand, dass das nie die wirkliche Mitte ist und sein kann, weil beim exakten Trennungsversuch immer Anteile der „anderen Seite“ mit „erwischt“ werden. Und das bedeutet auch, dass es (nirgendwo) eine exakte Mitte geben kann.

 

Die allem innewohnende, natürliche aber „ungleiche“ Trennungsvariante, die wir als harmonisch und ausgeglichen empfinden, offenbart der „Goldene Schnitt“, oder auch, in anderer Weise, das „Yin-Yang-Prinzip“ aus der chinesischen Philosophie (insbesondere des Daoismus).

 

Links: Das Yin-Yang-Symbol Taijitu

         Das Taijitu, Taiji oder auch Tai Chi

         symbolisiert das höchste Prinzip des Kosmos

 

Auch hier wird offenbart, das in allen Dingen stets Anteile der jeweils gegensätzlichen Seite mit vorhanden sind. Die eine Seite spiegelt sich stets in der anderen.

 

Dies Schöpfungsprinzip lässt sich noch anders darstellen, doch dazu komme ich an anderer Stelle.

 

 

Fraktale Teilchen

 

Kein Mensch (kein Tier, keine Pflanze etc.) ist - dem obigen Schöpfungsprinzip entsprechend - nur gut, keiner ist nur schlecht, keiner nur dumm, keiner nur klug, keiner nur Mann, keiner nur Frau, keiner nur groß, nur klein, nur ausgeglichen, nur aufbrausend, nur arm, nur reich, nur gebildet, nur ungebildet und so weiter, und so weiter.

Wir alle sind - einem bestimmten Schöpfungsziel bzw. -plan entsprechend - eine (natürliche) Mischung gegensätzlicher Dinge, und mal kommt der eine Anteil mehr zum Vorschein, mal der andere. Ein „Falsch“ bzw. eine falsche Mischung gibt es in der Natur nicht. Alles hat seinen Sinn, und da alles individuell ist und individuell gesehen und verstanden wird, kann es auch nur eine individuelle Vorstellung eines "Idealzustands", von was auch immer, geben.

 

Wir leben in einer Welt, in der es ausschließlich Gegensätze gibt, nichts, absolut gar nichts existiert identisch zweimal. Nur darum funktioniert das „Prinzip Schöpfung“, und nur darum fühlen wir uns darin wohl.

Fatal wird es, wenn massiv versucht wird, darin rumzupfuschen und „individuelle Idealzustände“ herstellen zu wollen; dies ist schlichtweg nicht möglich und führt zu massiven Störungen im natürlichen Gleichgewicht des „Gesamtorganismus Natur“, dessen fraktale (selbstähnliche) Teile wir sind.

 

Einst lebte man im Einklang mit der Natur, hat sich auf ihre Weisheit verlassen, sich mit ihr ausgetauscht, von ihr gelernt und sich mit den natürlichen Gegebenheiten und Gesetzmäßigkeiten – und auch mit den unsichtbaren Kräften, die um und in uns existieren und wirken - arrangiert.

Das ist vorbei und gelingt nur noch den wenigen indigenen Völkern, die sich vor der „Zivilisation“ retten konnten.

Wir tun alles, was machbar ist, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Doch das, was wir uns selbst antun, tun wir auch dem Gesamtorganismus Schöpfung an.

Das Kleine spiegelt sich im Großen wider und umgekehrt.

 

Zum Fehlverhalten in großem Stil gehört u.a. auch der Versuch, den Alterungsprozess umzukehren oder aufzuhalten, z.B., indem inzwischen weltweit unzählige Menschen sich operieren und ihre „Oberfläche“ straffen lassen.

Das Verrunzeln der Haut beim älter und reifer werden (was einer Vergrößerung bzw. Ausweitung der Oberfläche entspricht) ist ein natürliches, fraktales Geschehen und ermöglicht, dass sich fraktale Teilchen wieder neu miteinander verbinden können. (Wie die selbstähnlichen Teilchen einer Wolke, die sich immer wieder trennen und neu verbinden).

Unter anderem durch die Straffungsoperationen wird dies unmöglich gemacht. Eine der „logischen“ Folgen dieses Tuns ist die Tatsache, dass wir (die fraktalen Teilchen) energetisch nicht mehr zusammenpassen, einander nicht mehr verstehen und nicht mehr zu einer ganzheitlichen „Form“ (auch Familie, Verein, Dorfgemeinschaft etc.) zusammenfinden. Stattdessen driften wir auseinander und entfernen uns immer mehr.

 

Im nicht sichtbaren  Bereich spielt sich das alles auf einer energetischen Ebene ab, was bedeutet, dass es immer und überall um energetische

"Licht-Zustände" geht, in denen sich die Teilchen, die ihre Informationen bzw. ihr Wissen austauschen, sich entweder verbinden oder nicht (mehr).

Nur, was sich sinnvoll ergänzt, zieht sich an.

 

 

Jede Entscheidung, die man trifft, bzw. jede Überzeugung, zu der man kommt, ist geschwängert mit Anteilen der gegensätzlichen Meinungen, und das bedeutet u.a.,  dass man mit seiner persönlichen Meinung und persönlichen Äußerungen immer vorsichtig sein sollte. Das, was man gehört oder gelesen hat, oder was darüber erzählt wird, und das, was man – als Konsequenz daraus - denkt, ist niemals nur richtig. Alles vermeintlich Richtige enthält immer auch falsche Anteile.

Selbst seiner eigenen Meinung darf man also nicht vorbehaltlos trauen. Was wir in einem Moment für wahr und richtig halten, kann sich im nächsten – mit einer einzigen neuen Information - als vollkommen falsch erweisen.

 

Jede Entscheidungsfindung beruht also auf einer Teilung und ist damit ein mathematischer „Schöpfungsprozess“.

Und dies, obwohl in diesem Fall niemand sagen kann, wie viele Anteile der einen und wie viele der anderen genau zukommen.

Zwar gibt der „Goldene Schnitt“ den von der Natur vorgegebenen Verteilungsschlüssel und damit das ideale Teilungsverhältnis vor, doch schaffen wir es – außer auf dem Papier, mit mathematischer Herangehensweise - nicht, es zu erreichen.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Schnitt, der das Teilungsverhältnis bestimmt, rein nach Gefühl und Intuition vorzunehmen. Handeln wir vorschnell, indem wir z.B.  zu uninteressiert an den ganzheitlichen Zusammenhängen und der Wahrheitsfindung sind, oder zu oberflächlich bei deren gründlicher Betrachtung und Abwägung der einzelnen Anteile, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir uns mit unserer Entscheidung tief „ins eigene Fleisch“ schneiden. Ein auch nur annähernd „Goldener Schnitt“ (also eine annähernd richtige und gute Entscheidung) kann jedenfalls dabei nicht herauskommen.

 

Diese, wie viele andere Zusammenhänge auch, gehören in die Kategorie Selbsterkenntnis (weil sich alles Große im Kleinen spiegelt) und machen deutlich, dass sich nicht nur das Universum, sondern alle Dinge ständig wandeln und verändern (also ausweiten), auch unsere Gedanken, Denkansätze, Überzeugungen und Entscheidungen.

Was wir in einen Moment für richtig und wissenschaftlich nachgewiesen halten, kann einen Augenblick später schon ganz anders aussehen. Alles ist in ständigem Wandel, und es ist erforderlich, dass wir uns darüber im Klaren sind, um uns dem anzupassen und danach zu handeln.

 

Vergessene Grundsätze

 

Vorrangig auffällig und von besonderer Bedeutung bei der Expansions-Entdeckung scheint die Tatsache zu sein, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt, denn sieht man „ganzheitlich“ hin, wird klar, das „hier unten“ (wobei es oben und unten nicht wirklich gibt) genau das gleiche geschieht: Alles dehnt sich in immer schnellerem Maße aus und entfernt sich voneinander.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse jedes einzelnen Geschehens, in das wir involviert sind - z.B. auch der technische Fortschritt - erweitern sowohl unser individuelles, wie auch das kollektive Bewusstsein, was einer Ausdehnung des inneren und äußeren Universums entspricht.

Die „Gegensätze“, Universum und Mensch, spiegeln sich, und das die Ausdehnung in einem immer schnelleren Tempo geschieht, liegt – gut nachvollziehbar – daran, dass sich die Möglichkeiten neue Erkenntnisse zu gewinnen und diese (vielfach augenblicklich) weiterzugeben und auszutauschen, durch den technischen Fortschritt immens verändert und ausgeweitet haben.

Am technischen Fortschritt der letzten Jahrhunderte, Jahrzehnte und Jahre gemessen, hat sich unser Bewusstsein in einem immer schnelleren Tempo, in den letzten paar Jahren sogar explosionsartig, ausgeweitet. So gesehen haben wir einen Zustand erreicht, in dem die Menschen (soweit wir es überblicken können) noch nie so „bewusst, wissend und geistreich“ waren wie zurzeit.

Bei genauerer Betrachtung dieser theoretischen Sachlage müssen wir uns jedoch eingestehen, dass wir uns mit so einer Annahme – zumal, wenn wir sie (nur) für gut befinden - selbst betrügen. Tatsache ist, das wir uns (die Menschheit bis hierher), ohne Rücksicht auf Verluste und ohne die Konsequenzen unseres Tuns zu beachten und im Auge zu behalten, in einen höchst gefährlichen Zustand katapultiert habe. Sowohl uns selbst, wie auch die Natur und Schöpfung, als Ganzes. Wir haben genau das ignoriert, was wir Kindern mühsam beizubringen versuchen:

 

„Zuerst überlegen, dann handeln. Sieh die Dinge vorausschauend und wäge das Für und Wider sorgfältig gegeneinander ab. Alles, was du tust, hat entsprechende Konsequenzen, darum überlege und entscheide gut, was du tust.“

 

Wir Erwachsenen haben aus den Augen verloren, wie wichtig dies ist - und keineswegs nur im Kindesalter befolgt werden muss. Letztendlich entspricht die Art und Weise unseres Handels  - Kinder mögen es mir verzeihen, es ist nur eine Metapher -  in nahezu allen Lebensbereichen, dem Verhalten eines eigensinnigen, interesselosen, egoistischen und oberflächlichen Kindes, das im Überfluss lebt, nicht erzogen wurde, und  unüberlegt und bedenkenlos alles zerstört, womit es zu tun bekommt. In dem Glauben, dass immer jemand da ist, der Schadensbegrenzung betreibt und die Dinge schon wieder richten wird.

 

Kindern, und das ist hinlänglich bekannt, müssen (liebevoll) Grenzen gesetzt werden, damit sie sich „gut und sinnvoll“ entwickeln können. Wir Erwachsenen vergessen und ignorieren völlig, dass es Dinge gibt, die man zwar tun kann, die man aber unbedingt lassen sollte. Wir nehmen uns inzwischen alle Freiheiten heraus, die dem persönlichen Freiheitsgefühl entsprechen. Wir handeln ganz so, wie es uns gerade gefällt, und vollkommen ohne Bewusstsein dafür, dass wir zu Marionetten des Zeitgeistes geworden sind, die höchst zerstörerisch agieren und sich permanent selbst belügen.

Tatsächlich haben sich unser Wissen und unser Bewusstsein enorm ausgeweitet, doch „geistreich“ wohl nur insoweit, dass wir unaufhörlich neue Ideen haben und umsetzen, die aber alles andere als gut und nützlich sind. Anders ausgedrückt:

Wir nutzen unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten falsch und sollten das auf uns anwenden, was wir unseren Kindern „predigen“:

 

„Zuerst überlegen, dann handeln.

Alles ganzheitlich betrachten, vorausschauend denken,

das Für und Wider sorgfältig gegeneinander abwägen,

die Konsequenzen jeder Entscheidung und jedes Handelns bedenken…

 

 

Die Sache mit der Wahrheitsfindung

 

Wie oben, so unten, sagt der mysteriöse Hermes Trismegistos, in dem sich der ägyptische Gott Thot und der griechische Gott Hermes vereinen,

und  „Wie im Himmel, so auf Erden“ heißt es auch im Vaterunser.

Tatsächlich bestätigt sich das überall und immer wieder.

„Aber in einem ganz anderen Zusammenhang“, werden Sie vielleicht einwerfen, weil Sie dabei an andere Zusammenhänge denken. Die Wahrheit ist jedoch, das alles mit allem verknüpft ist – also zusammenhängt. Nichts lässt sich wirklich voneinander trennen – der Versuch bringt lediglich neue Verknüpfungen hervor.

 

Die Wahrheit hat viele Gesichter, und sie verbirgt sich in der ganzen Schöpfung. Genau das ist die Krux „im Such-Spiel“ nach den ganzheitlichen, wahren Zusammenhängen. Die Schöpfung besteht aus lauter kleinen und überall verstreuten fraktalen, also selbstähnlichen Teilchen, und um die ganzheitliche Wahrheit zu finden, müssen diese entdeckt und in richtiger Weise zusammenfügt werden. Das funktioniert nur Schritt für Schritt (und braucht „seine Zeit“), denn es geht bei der Suche vorrangig darum, zu immer neuen Erkenntnissen zu gelangen, und diese mit den schon vorhandenen sinnvoll zu verknüpfen. Zu einer unendlichen Kette, bei der jeweils die eine Erkenntnis aus der vorherigen hervorgeht.

 

Was sich im Universum ereignet, spiegelt ganz genau das wider, was hier unten geschieht und umgekehrt und ebenso spiegelt sich das, was in uns geschieht, um uns wieder.

Das offenbart sich deutlich auf dem  „Weg der Selbsterkenntnis“.

Je häufiger, klarer und ehrlicher man sich seine Ansichten, Erfahrungen, Entscheidungen, Aktionen und Reaktionen, Gefühle, Ängste usw. verdeutlicht und hinterfragt, umso deutlicher entdeckt man Parallelen in „der Außenwelt“, die man vielfach noch nie zuvor mit sich selbst in Verbindung gebracht hat. Anders ausgedrückt: Sucht man mit wirklichem Interesse intensiv nach etwas, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, sich selbst zu finden.

 

Vernetzungen

 

Nicht nur im materiellen und geistigen, sondern auch im elektronischen Bereich ist inzwischen alles vernetzt und nahezu jeder hat „zeitgleich und auf unsichtbaren Wegen“ Zugriff auf das vorhandene (digitalisierte) Wissen der Menschheit. Einschließlich diverser Denkvarianten zu einer Sache, zu verschiedenen Thesen, Vermutungen, Ahnungen, Lügen, Wahrheiten, Widersprüchen, Beleidigungen, Verunglimpfungen usw. Das macht eigene Entscheidungen nicht gerade einfacher, denn letztendlich muss nach wie vor jeder, wenn er eine Entscheidung treffen will oder muss, das beste Maß zwischen all dem Für und Wider finden, um den Dingen durch einen möglichst „Goldenen Schnitt“ ihr „rechtes Maß“ zu geben.

 

Umso mehr Informationen einer Entscheidung zugrunde liegen, umso exakter kann sie ausfallen, aber umso schwieriger kann sie auch werden, insbesondere wenn viele Lügen, Intrigen, falsche Angaben usw. im Spiel sind.

 

Einst wurde das menschliche Wissen auf Tafeln, Schriftrollen und später in Büchern niedergeschrieben, oft unter Einsatz des eigenen Lebens zusammengetragen, bewahrt und als größter Schatz der Menschheit behütet – um letztendlich dennoch unterzugehen bzw. in Vergessenheit zu geraten. Ein Großteil des heutigen, mühsam und in Jahrtausenden wiedererlangten (Teil-) Wissens existiert nur „virtuell“ und ist nicht, noch nicht oder nicht mehr, in Büchern festgehalten. Und wieder besteht die große Gefahr, dass es verloren geht: Gewissermaßen hängt das mühsam erlangte Wissen unserer heutigen Zeit, zitternd und wissend um seine Zartheit, „an einem seidenen Faden“, der durch viele Umstände in jedem Moment wieder zerreißen kann.

 

Die ewige Suche

 

Zu jeder Zeit in der Menschheitsgeschichte wurde intensiv nach der „Wahrheit“ gesucht. Weltweit, in fernen Ländern, auf den höchsten Bergen, in den tiefsten Tälern, in Tempeln, Kathedralen, Pyramiden, Grotten, Höhlen, Wüsten, Steppen, Urwäldern, Ozeanen, auf weit entfernten Planeten und in den kleinsten Teilchen – also nahezu überall, bis hin zum Menschen selbst, in seinen physischen und psychischen Funktionssystemen.

Und all diese wunderbaren, spannenden Suchen, die viele Überraschungen, so manches unerwartete Abenteuer und vielfach sogar den Tod mancher Menschen mit sich brachten, sind die Grundlage dessen, was wir heute wissen, mehr oder weniger verstehen und von dem wir uns selbst ein Bild machen können.

Auf gestochen scharfen Fotos, sogar in 3D-Filmen, mit naturgetreuen Tönen und in wunderschönen Farben, können wir es uns auf dem Sofa bequem machen und uns die überaus spannende Welt, sogar bis tief in den Weltraum hinein, ansehen und ihre geheimnisvollen Töne, Tierstimmen etc. anhören. Was immer wir wollen, wann wir wollen und so oft wir wollen, ganz den individuellen Interessen entsprechend.

Dass es noch immer viele Irrtümer und Zweifel gibt, dass es von Thesen, Vermutungen und falschen Annahmen nur so wimmelt, ist eine logische Konsequenz, die sich ganz einfach daraus ergibt, dass es trotz der Erfolge noch immer unendlich viele unbekannte und unerforschte Dinge gibt, die ihre Geheimnisse noch nicht preisgegeben haben. Doch (auch) gerade das noch Unbekannte, Unerforschte, Unentdeckte  hält die „Spannung“ aufrecht und regt uns zum Mitdenken an. Zum eigenen Suchen, Erforschen und Hinterfragen, im sichtbaren und im nicht sichtbaren Bereich.

Nahezu das ganze Wissen (und auch Nichtwissen), was in Jahrtausenden zusammengetragen wurde, ist inzwischen digitalisiert und „ins Netz“, wie das Internet- unser weltweit verzweigter zeitgenössischer Wissenspool - kurz genannt wird, eingespeist worden. Und jeder kann von überall her, zielgerichtet, aus ihm schöpfen. In jedem Moment, von jedem Ort der Welt aus.

 

Wir haben also einen ganz bestimmten (Zeit-) Punkt der menschlichen Evolution erreicht und es geschafft, „Geist und Materie“ so in Einklang zu bringen, dass jeder Mensch jederzeit, von überall her, auf „unsichtbares Wissen“ zugreifen kann, um sich daraus seine Informationen zu holen.

Was vorher nur wenigen Menschen unter bestimmten Voraussetzungen vorbehalten war, nämlich sich mit dem kollektiven Bewusstsein in Einklang zu bringen, ist nun auf technischem Weg jedem möglich.

Allerdings:

Das, was wir Menschen nun erschaffen haben, ist (nur) eine Spiegelung dessen, was in der Natur – in weit größerem Ausmaß - existiert.

 

 

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